Dass der Wüstenplanet Dune ein guter Ort für Freunde anspruchsvoller Echtzeitstrategieschlachten ist, wissen Spielefans dank Westwood Studios schon seit ein paar Jahren. «Emperor - Schlacht um Dune» erzählt einmal mehr die spannende Geschichte von drei Königshäusern und ihrem Kampf um die zur Herrschaft benötigte Droge Spice.
1992 begründete Westwood seinen guten Ruf unter Strategie-Anhängern, indem es mit Dune 2 Maßstäbe setzte und das Genre der Echtzeitstrategie ins Leben rief. Mit dem nicht überall positiv aufgenommenen Dune 2000 kehrte Westwood auf den Wüstenplaneten zurück. In der Zwischenzeit waren die Spieleentwickler allerdings nicht untätig, sondern schufen mit der «Command & Conquer»-Reihe die wohl bislang populärste Strategiereihe. Die Story von Emperor, die immer noch auf Frank Herberts Science-Fiction-Klassiker «Dune» basiert, wird einmal mehr in den aus «Command & Conquer» schon bekannten filmreifen Zwischensequenzen mit realen Schauspielern erzählt. Auf sarkastische und humoristische Untertöne wie bei «Command & Conquer» wird hier allerdings zu Gunsten der kriegerischen Atmosphäre verzichtet, hinsichtlich der Dialoge und des Handlungsstrangs muss sich Westwood hinter professionellen Kurzfilmen aber wahrlich nicht verstecken.
Der alte, schon aus «Dune 2» bekannte Konflikt zwischen den drei bedeutendsten Herrschaftshäusern dieses Szenarios flammt auch in Emperor neu auf: Die edlen und guten Atreides wetteifern mit den bösen Harkonnen und den gerissenen Ordos um die Vorherrschaft auf Arrakis. Dem Spieler ist es freigestellt, für welches Haus er in die Schlacht ziehen will - das spätere Vorgehen orientiert sich aber selbstverständlich an den jeweiligen Charaktereigenschaften der einzelnen Spezies.
Neben den drei Adelsgeschlechtern spielen auch noch fünf Nebenhäuser eine bedeutende Rolle, allen voran natürlich die Ureinwohner Dunes, die Fremen. Der Spieler kann im Verlauf der Kampagne mit jeweils zwei dieser Häuser Kooperationen eingehen und deren Wissen und Equipment für den eigenen Feldzug einsetzen, allerdings sind nicht alle Kombinationen auch wirklich realisierbar - die Fremen etwa werden mit den bei ihnen verhassten Harkonnen auch trotz unzähliger Versprechen und Liebesbezeugungen nicht zusammenarbeiten.
Die Einheiten, die jedem Haus zur Verfügung stehen, sind zum größten Teil schon aus «Dune 2» bekannt: Jede Spezies verfügt über zwölf verschiedene Gebäude und zwischen fünf und sieben Infanterien mit ebenso vielen unterschiedlichen Fahrzeugen, die durch die erwähnten Kooperationen allerdings noch erweitert werden können.
Grafisch hat man nun auch bei Westwood die bekannten 2D-Landschaften verlassen und sich dem Wagnis dreidimensionaler Grafik gestellt. Allen Skeptikern sei aber gesagt, dass die Übersicht darunter kaum leidet - die dreh- und zoombare Grafik lässt problemlos auch den letzten Winkel einsehen. Mehr Spieltiefe gewinnt das Programm dadurch allerdings kaum, die unterschiedlichen Höhen und Tiefen lassen sich nur unwesentlich für taktische Manöver einsetzen.
Dafür begeistert die Grafik nun natürlich durch weitaus schönere und detaillierte Einheiten, auch Effekte wie Explosionen sind gelungener als je zuvor. Die komplett deutsche Sprachausgabe ist sowohl in den Missionen als auch in den Zwischensequenzen hervorragend, allerdings vor allem im Intro nicht immer wirklich lippensynchron - ein an sich zu vernachlässigender, bei so viel Professionalität aber auffallender Kritikpunkt.
Weitere Informationen: westwood.ea.com |